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Ausflug zur Schandtauber

Schandtauber und Fuchslabyrinth

– unbekannt und immer noch rätselhaft?

Geologische Besonderheiten an der bayrischen Landesgrenze nahe Rothenburg für Naturführer besichtigt und erklärt

03 DSC 6537 2aEine halbtägige Exkursion mit der Arbeitsgemeinschaft „Höhle und Karst e.V. Stuttgart“ führte Hohenloher Natur-und Landschaftsführer in das nordöstliche Gebiet Baden-Württembergs an die bayrische Grenze. Die Fortbildungsveranstaltung beschäftigte sich mit der Geologie dieser flachwelligen Landschaft, die von den Gesteinsschichten des Oberen Muschelkalks dominiert wird und zahlreiche Verkarstungsmerkmale wie Dolinen, Schlucklöchern in Erdfällen und Trockentäler aufweist sowie auch zahlreiche Karstquellen und Höhlen. Als bedeutendste Höhle gilt das „Fuchslabyrinth“, als wichtigste Karstquelle die Schandtauber mit ihrem Höhlensystem.
Die Schandtauber (bedeutet althochdeutsch: kurzer Fluss) ist ein ca. 20 km langer Nebenfluss der Tauber, der unterhalb Rothenburgs in den Hauptfluss mündet. Allerdings tritt er erst etwa auf der Hälfte seiner Länge zu Tage. Die erste Strecke verläuft er als unterirdischer Fluss, der Landesgrenzen und Täler unterquert und insbesondere Steinbruchbetreibern das Leben schwer machte, weil er, wenn er angeschnitten wurde, die Steinbrüche so mächtig mit Wasser füllen konnte, dass die Arbeit darin auf Dauer unmöglich wurde. Weil er an wenigen Stellen von oben sichtbar ist, diente der Fluss früher auch gleichzeitig als Brunnen - und auch als „Abwasserkanal“ für manche Ortschaften. Funde von mittelalterlichen Gefäßen belegen dies eindrucksvoll. Erst ab Bettenfeld verläuft der Fluss oberirdisch, von zwei Quellen gespeist. Diese weisen je nach Niederschlagsmengen eine sehr unterschiedliche Schüttmenge aus, wie das bei Karstquellen häufig der Fall ist.
04 DSC 6542 2aSeit dem letzten Jahr gibt es den Themenweg „ Unterirdische Schandtauber“, der, gut ausgeschildert, von Schrozberg bis nach Bettenfeld führt. Auf acht sorgfältig und informativ gestalteten Tafeln entlang des etwa 17 km langen Wanderwegs (auch mit dem Fahrrad möglich) können die Besucher vieles erfahren über Steinbrüche, Höhlen und Fundstücke daraus, Quellen und Wasserverläufe, Feuersteine, - aber auch über Erzählungen und Sagen aus längst vergangenen Zeiten zu dieser Landschaft.
Mit den Experten von „Höhle und Karst “ Thomas Ratgeber und Markus Pantle wurden exemplarisch einige dieser Informationstafeln aufgesucht und fachkundig erläutert. Zahlreiche Fragen der Naturführer konnten beanwortet werden und brachten neue Erkenntnisse für ihre Arbeit, mit der sie hoffentlich bald wieder Hohenlohe-Besucher über Schönheit und Besonderheiten dieser Landschaft erfreuen können.